Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Seezeichenhafen Wittdün

Hafen Wittdün Hafen Wittdün Hafenanlage Wittdün mit Tonnenlagern

Allgemeines

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden von der preußischen Wasserbauinspektion Husum bereits erste Überlegungen für den Bau eines Hafens in der Bucht zwischen Wittdün und Steenodde diskutiert. Schon damals sprachen für einen Tonnen- und Zufluchtshafen auf Amrum die relativ kurzen Anfahrwege für die Unterhaltung der Tonnen in den Außenfahrwassern zwischen List und Husum und die zentrale Lage Amrums im Halligmeer.

Der damalige Baurat Hessler ermittelte für den Hafenbau Gesamtkosten in Höhe von 500.000 Mark. Das Berliner Ministerium konnte aus staatshaushaltlichen Gründen diese gewaltige Summe für die nächsten Jahre nicht zur Verfügung stellen. Erst 1913/14 wurden die 1907 auf Eis gelegten Pläne für den Bau eines abgespeckten Zufluchtshafen für Kauffahrteischiffe und jetzt vor allem für die Kriegsmarine wieder aufgegriffen.

Bagger und Spüler Bagger und Spüler Bagger und Baumaschinen, 1922/23

Noch während des 1. Weltkrieges, im Jahre 1915, wurde an der heutigen Stelle der Grundstein für eine Liegestelle mit der Nordmole gelegt. Ein weiteres wichtiges Argument für den Ausbau des Hafens an dieser Stelle war der geplante Hindenburg-Damm zwischen dem Festland und der Insel Sylt. Der Amrumer Hafen sollte als Bau- und Liegehafen für die grossen Nassbagger dienen, die Anfang der 20er Jahre mit dem Bau begonnen. Nach Fertigstellung und Einweihung des Dammes am 01. Juni 1927 durch Reichspräsident Hindenburg wurde der staatseigene Hafen für die neue Aufgabe als Schutz-und Sicherheitshafen gerüstet. 1928 wurden die Tonnen von Steenodde nach Wittdün in den Seezeichenhafen umgelagert.

Die neue Tonnenstation hatte 117 ausliegende und 100 Reserve-Seetonnen zu betreuen. Die Tonnenbearbeitung auf See wurde durch den hiesigen privaten Tonnenleger der Familie Ricklefs noch bis 1983 betrieben. Das Seezeichenwesen wurde immer weiter und besser ausgebaut. Die alten, kleineren Tonnen wurden durch grosse Leuchttonnen Typ LT 81 abgelöst. Diese großen LT 81 konnten mit dem privaten Tonnenleger "HILDEGARD", der nur über einen Ladebaum verfügte, nicht mehr gewartet werden. Ab dem 01.01.1984 wurde eine neue Zeit eingeleitet. Der staatseigene Tonnenleger "JOHANN GEORG REPSOLD" übernahm die Tonnenarbeiten und löste somit den privaten Tonnenleger ab. November 2011 wurde der TL "JOHANN GEORG REPSOLD" wiederum durch einen modernen Neubau, den Tonnenleger "AMRUMBANK" ersetzt.

Zur Zeit werden vom Tonnenleger "AMRUMBANK" 327 ausliegende Seetonnen (davon 49 Leuchttonnenpositionen) zwischen der Deutsch-Dänischen Grenze im Norden bis Husum im Süden vom Seezeichenhafen Wittdün aus bearbeitet.

Amrumbank beim Einlaufen Amrumbank beim Einlaufen Tonnenleger AMRUMBANK vor Wittdün beim Einlaufen in den Seezeichenhafen


Grundinstandsetzung 2009-2011

Der staatliche Hafen Amrum wurde in den Jahren 1914 - 1916 erbaut und wird seit 1928 als "Seezeichenhafen Wittdün" bezeichnet. Die Hafenmole wurde aus Spundwandprofilen "Rote Erde Nr. 2" errichtet. Die Verankerung im geböschten Molenbereich besteht aus Ankertafeln und horizontal eingebauten Rundstahlankern ø 60 mm. Auf der Strecke zwischen geböschtem Bereich und Molenkopf wurde die Mole als Fangedamm ausgebildet.

Seeseitig erhielt die Hafenmole 1958 im Bereich Fangedamm (72 m) eine neue vorgesetzte Spundwand aus Hoesch II Spundwandprofilen.1959/1960 erhielt sie hafenseitig, beginnend am Molenkopf in Richtung Westufer, auf einer Länge von 46 m eine neue vorgesetzte Wand, ebenfalls aus Hoesch II Spundwandprofilen. Abschließend wurde 1970/1971 der restlichen hafenseitigen Mole sowie dem Molenkopf eine neue Spundwand aus Larssen 43 Spundwandprofilen vorgesetzt.

Das Westufer des Seezeichenhafens Wittdün wurde im Jahre 1954 durch Einbau einer Spundwand im Eigenbetrieb befestigt. 1981 wurde die Stahlspundwand des Westufers durch ein 1:2,5 geneigtes Deckwerk mit Fußsicherung aus einer Bongossi- Spundwand ersetzt.

Grundinstandsetzung Grundinstandsetzung Bauarbeiten Mole Wittdün

Der Seezeichenhafen Wittdün ist ständiger Liegehafen für den Tonnenleger "AMRUMBANK" und dient ferner für das Motorschiff "LUMME" als Ausgangshafen für die Bearbeitung der Stangenseezeichen im nördlichen Bereich der Schleswig-Holsteinischen Westküste.

Im Rahmen der Bauwerksinspektion wurden Restwanddickenmessungen zur Beurteilung der Abrostungen an den Spundwänden im Seezeichenhafen Wittdün durchgeführt.

Die Messungen ergaben, dass in den Höhenbereichen von MThw sowie MTnw eine verstärkte Flächen- und Muldenkorrosion mit nur noch geringen Restwanddicken bis zu 5 mm vorhanden ist. Örtlich wurden auch Durchrostungen festgestellt.

Die Bongossi- Fußsicherung des Westuferdeckwerks war verrottet und hatte nachgegeben. Auf einer Länge von 15 m war die Wand ausgebeult und das Deckwerk war abgesackt und nachgerutscht.

Da die Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit der Anlagen im Seezeichenhafen nicht mehr gegeben war, musste eine Grundinstandsetzung durchgeführt werden.

Für die Grundinstandsetzung war folgender Bauablauf vorgesehen.

Hafenmole:

  • Ausbau der Molenausrüstung wie Poller, Steigeleitern, Reibepfähle, etc.
  • Abräumen des Westuferdeckwerks im Bereich der neuen Spundwand
  • Einbringen der neuen Spundwand
  • Einbau der Verankerung
  • Auffüllen des Zwischenraumes zwischen alter und neuer Spundwand mit Füllsand
  • Herstellen des Stahlbetonholmes
  • Wiederherstellung des Deckwerks an der Molenwurzel
  • Einbau der Molenausrüstung unter Wiederverwendung noch gebrauchsfähiger Ausrüstungsteile

Fußsicherung Westuferdeckwerk:

  • Deckwerkstreifen am Fußpunkt aufnehmen
  • Einbringen der neuen Spundwand
  • Einbau der Gurtung
  • Deckwerk am Fußpunkt wiederherstellen

Diese pdf-Dokumente zeigen einen Lageplan sowie die verschiedenen Schnitte mit dem Ist- und Sollzustand.

Übersichtsplan Hafen: Übersichtsplan Grundinstandsetzung Wittdün (PDF, 348KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Schnitt der Spundwand: Schnitt Spundwand (PDF, 80KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Schnitt Rampenbereich: Schnitt Rampe (PDF, 82KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Uferdeckwerk: Uferdeckwerk (PDF, 71KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Mit der Baustelleneinrichtung wurde Ende August 2009 begonnen. Die Gesamtbauzeit der Maßnahme wurde mit 11 Monaten (einschl. Winterpause) veranschlagt. Während dieser Zeit stand der Hafen nicht für Gastlieger zur Verfügung. Die Abnahme der sanierten Mole erfolgte - bedingt durch die beiden langen Winterpausen - am 22.09.2011.