Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Hörnum

Standort: Sylt
Position: 54° 45` 14,73" Nord, 008° 17` 31,68" Ost

Leuchtturm Hörnum Leuchtturm Hörnum Leuchtturm Hörnum

Der Leuchtturm Hörnum ist einer von drei baugleichen Stahltürmen, die mit Tübbingen der Isselburger Hütte erbaut wurden.

Der Sockel aus Stahlbeton ist im Mittel 0,60 m dick. Der Turmschaft besteht aus 600 miteinander verschraubten, gusseisernen Mantelplatten (Tübbingen). Das Laternenhaus besteht aus einer Stahlkonstruktion mit Stahlblechverkleidung und einem Kupferdach.

Die Bauwerkshöhe liegt 33,5 m über Gelände, die Feuerhöhe 48 m über MThw. Das Feuer dient als Seefeuer mit einer Tragweite von 20,1 sm (weiß). Leuchtenart: 2 x 2 Parabolspiegel jeweils um120° gegeneinander versetzt.

  • Lampe: Halogen-Metalldampflampe 230 V/250 W
  • Kennung: Blz.(2) - 9 s (= 0,42 Sekunden hell, 2,58 Sekunden dunkel, 0,42 Sekunden hell, 5,58 Sekunden dunkel)
  • Kennungsgebung: drehende Parabolspiegel

Der Hörnumer Leuchtturm ist einer der drei Leuchttürme im Bereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning, in/auf dem Heiratswillige sich das Ja-Wort geben können. Zuständig dafür ist das Standesamt Westerland / die Gemeinde Hörnum, Telefon 04651/96 26-0 oder nutzen Sie diesen Link: https://hoernum.de/de/straende-erlebnis/leuchtturm-besichtigung.php

Die Besichtigung des Leuchtturmes Hörnum ist aus Sicherheitsgründen erst ab einem Alter von 8 Jahren gestattet.


Geschichte

Der Hörnumer Leuchtturm steht auf einer 17 m hohen Düne, die Lichtquelle befindet sich 48 m über dem mittleren Hochwasser und ist bei normaler Sicht 19 sm (ca. 35 km) weit zu sehen.

Auf Betreiben der Ballinschen Reederei (der späteren HAPAG) wurde im Jahr 1906 mit dem Bau des achtgeschossigen Leuchtfeuers begonnen. Der Turm wurde aus über 600 verschraubten Einzelsegmenten aus Gusseisen, den Tübbingen, aufgebaut. Die gusseiserne, 92 Tonnen schwere Konstruktion, wurde von der Isselburger Eisenhütte am Niederrhein hergestellt.

Am 08. August 1907 wurde das Leuchtfeuer in Betrieb genommen.

Besonderheit: eines der unteren Geschosse wurde von 1927 bis 1933 als Schulzimmer für die zu der Zeit in Hörnum lebenden Kinder genutzt. Lehrer war Ernst Wittrock mit seinen zwei Schülern Grete Hansen und Walter Merten.

Die Optik des Leuchtfeuers besteht aus 2 x 2 jeweils um 120° gegeneinander versetzte, sich drehende Parabolspiegel mit Streuscheiben, sogenannten "Flutes" und Blendringen. Die Lichtquelle ist liegend eingebaut und besteht aus 2 x HQI-FC2 Halogen-Metalldampf-Lampen mit je 250 Watt.

Als Tagessichtzeichen führt das Leuchtfeuer Hörnum einen roten Anstrich mit einem weißen Band und einer schwarzen Laterne. Mit Einsetzen der Dämmerung ist der Anstrich des Turmes gegen den Horizont nicht mehr eindeutig erkennbar.

Deshalb wird - wie bei allen Leuchtfeuern - eine Stunde vor Sonnenuntergang die Lichtquelle mit ihrer typischen Kennung gezündet. Diese erlischt eine Stunde nach Sonnenaufgang. Das Leuchtfeuer Hörnum hat die Kennung: Blz(2) –9 sek = Blitzgruppe mit 2 Blitzen mit der Wiederkehr von 9 Sekunden. Genauer: 0,42 +(2,58)+0,42+(5,58)= 2 Blitze in 9 Sekunden wobei die Werte in den () den
Dunkelphasen entsprechen.

Der Hörnumer Leuchtturm ist ein Seefeuer erster Ordnung und soll die Anfahrt in den Hafen Hörnum durch das gefährliche Vortrapptief erleichtern.

Ausblick auf Hörnum Ausblick auf Hörnum Ausblick vom Leuchtturm auf Hörnum und den Hafen