Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Außenbezirk Helgoland

Der Außenbezirk Helgoland ist räumlich zuständig für:

  • die Seewasserstraßen um Helgoland
  • den Schutz- und Sicherheitshafen Helgoland (Süd- und Vorhafen)
  • den Inselsockelschutz (Inseldamm Nord, Südwest Schutzmauer, Kringel)

Zurzeit sind beim Außenbezirk Helgoland 13 Mitarbeiter beschäftigt. Die Abgelegenheit der Insel macht es erforderlich, dass die Funktionsfähigkeit der baulichen Anlagen sowie der Seezeichen, der funktechnischen elektronischen und elektrischen Einrichtungen, der Hafenbetrieb mit seinen neuen Aufgaben auf dem Gebiet der Verkehrslenkung und auch die Bauüberwachung der Grundinstandsetzungsmaßnahmen ohne Hilfe vom Festland jederzeit gewährleistet sind.

Nachstehende Kernaufgaben nimmt der Außenbezirk Helgoland derzeit wahr:

  • Wartung und Instandhaltung von Fahrwassertonnen für 28 Tonnenpositionen zuzüglich der erforderlichen Reservetonnen
  • Wartung und laufende Unterhaltung von 11 festen Seezeichen, wie z.B. Leuchtfeuer Helgoland, Richtfeuer Düne und Richtfeuer Binnenhafen
  • Wartung und Pflege aller vor Ort befindlichen elektronischen und elektrischen Einrichtungen einschließlich des Großraum-Radars "Deutsche Bucht"
  • Laufende Unterhaltung und Pflege der Wohn- und Dienstgebäude sowie der sie umgebenden Grundstücksflächen
  • Laufende Unterhaltung von rund 5700 m Molen, Kajen und Uferschutzbauten des Schutz- und Sicherheitshafens Helgoland und der Südwestschutzmauer
  • Betrieb des Hafenbüros mit seinen umfangreichen Tätigkeiten, wie z.B. Verkehrslenkung der Berufs-, Behörden-, Fischerei- und Bäderfahrzeuge, Registrierung dieser Fahrzeuge und Kassieren der Liegegebühren und Kurabgaben, Regelung der Besucherströme der von Katamaranen nach Helgoland verbrachten Tagesgäste
  • Betrieb und Unterhaltung von 2 Pegelanlagen
  • Überwachung von Strom- und Schifffahrtspolizeilichen Genehmigungen und Nutzungsverträgen
  • Wahrnehmung der Vorplanung, Bauüberwachung und Abrechnung von Grundinstandsetzungsmaßnahmen an den Hafenbauwerken.

ABz Helgoland ABz Helgoland Büro und Werkstattgebäude

Entstehungsgeschichte

Als am 01. März 1952 die durch Kriegsereignisse völlig zerstörte Insel Helgoland für den Wiederaufbau freigegeben wurde, hatten die Errichtung eines Leuchtfeuers und die Schaffung eines Nothafens für die Kleinschifffahrt in der Deutschen Bucht erste Priorität. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning mit seiner Hafenbauabteilung Helgoland erhielt den Auftrag, diese Arbeiten durchzuführen und daneben die Südwestschutzmole bis hin zum Inseldamm Nord zu unterhalten.

Südwestflanke Helgoland Südwestflanke Südwestflanke Helgolands mit "langer Anna"

Mit großem Fachwissen und Elan hat sich die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung dieser Aufgabe gestellt und in vorbildlicher Weise ausgeführt. Nachdem die Schifffahrtswege nach Helgoland und die Hafenflächen auf der Insel von Wrackteilen und Betonhindernissen geräumt waren, wurden die Kaianlagen befahrbar gemacht und mit der Sanierung der zerstörten Hafenanlagen und Uferschutzbauten begonnen. Tausende Kubikmeter Bauwerksreste mussten unter schwierigsten Bedingungen geräumt werden, unzählige Kubikmeter Beton eingebracht und eine Unzahl hochbrisanter Kriegsmunition kleiner und größter Kaliber mit Hilfe der Munitionsräumtrupps des Landes Schleswig-Holstein entschärft und beseitigt werden. Nachdem alle Anlagen weitestgehend den an sie gestellten Anforderungen entsprachen, wurde die Hafenbauabteilung im Jahre 1964 aufgelöst und durch den Aufsichtsbezirk Helgoland ersetzt.

Den Mitarbeitern oblag es fortan, die Hafenanlagen zu unterhalten, die schwimmenden und festen Seezeichen zu warten, den Hafenbetrieb zu steuern und schifffahrtspolizeiliche Aufgaben wahrzunehmen. Der Personalaufwand war relativ hoch, da das moderne Zeitalter mit seinen elektronischen Medien noch keinen Einzug gehalten hatte und z.B. der Leuchtturm Helgoland deshalb rund um die Uhr besetzt werden musste, um auf Seenotfälle zu achten, bei Bedarf die Nebelschallanlagen einzuschalten oder bei Nacht die umliegenden festländischen Leuchtfeuer auf deren Funktion zu überwachen.

Ab 1980 wurden die Hafenanlagen und Schutzbauwerke grundlegend auf ihren baulichen Zustand untersucht. Die Ergebnisse waren niederschmetternd und es musste ein umfangreiches Grundinstandsetzungsprogramm aufgelegt werden. Inzwischen wurden der Ost-, West- und Süddamm, die West-, Nord-, Süd- und Ostkaje sowie die Binnenhafenmole und das West-Südwestufer mit hohem finanziellen Aufwand grunderneuert. Alle Bauwerksinstandsetzungen wurden so konzipiert, dass vor die alten Bauwerke Stahlbeton-Fertigteile gestellt, die Zwischenräume mit Unterwasserbeton aufgefüllt und neue Molen oder Fahrbahndecken eingezogen wurden. Die Lebensdauer dieser Bauart übertrifft die der bisherigen Stahlspundwandbauweise um ein Mehrfaches.

Ab 2008 wurde der "Kringel" grundinstandgesetzt, es wurden neue Stahlspundwände gerammt und zum Schutz Tetrapoden ausgelegt.

Der Binnenhafen, ein Teil des Südhafengeländes und ein Teil der Südkaje (2. Bauabschnitt) wurden an die Gemeinde Helgoland abgegeben.

Unumgänglich sind zukünftig die Grundinstandsetzungen der Süd- und Ostmole, der "Neuen Westmole", und der Südwestschutzmauer unterhalb der Westklippen.