Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Bauhof Tönning

Der Bauhof Tönning ist mit seinen zur Zeit drei Beamten, vier Angestellten, zweiundzwanzig Arbeitern und zwanzig Auszubildenden, zuständig für die Wartung, Unterhaltung und Instandsetzung von den Seezeichen, Anlagen und Landanlagen wie z.B. das Eider-Sperrwerk oder Schleuse Nordfeld, Geräten und Schiffen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning.

Bauhof Tönning Bauhof Tönning Werkstätten und Tonnenlager Bauhof Tönning

Um die umfangreichen Aufgaben zu bewältigen, sind dem Bauhof Tönning folgende Werkstätten zugeordnet:

Die Schlosserei

Sie ist zuständig für die Herstellung von Ersatzteilen, um die Schiffe, Geräte, Wehre und Schleusen zu reparieren.

Es werden Motoren von Rasenmähern bis hin zu den kleineren Schiffsmotoren repariert. Die Notstromaggregate an den Leuchtfeuern und Leuchttürmen der gesamten Westküste werden instandgesetzt. Die Reparatur und Wartung der Hydraulikanlagen und der Stahlbau an den Schiffen und Anlagen werden von den Gesellen der Schlosserei durchgeführt. Außerdem übernimmt die Schlosserei die Bauaufsicht bei Stahl- und Stahlwasserbauarbeiten.

Nicht zu vergessen ist die Ausbildung in der Schlosserei, in der zur Zeit zwölf Auszubildende zum Feinwerkmechaniker mit den Schwerpunkten Drehen, Fräsen, Bohren, CNC-Drehen, Pneumatik, Hydraulik und Elektroschweißen mit WIG-Schweißtechnik ausgebildet werden. Jedes Jahr werden 2-3 neue Azubis ausgebildet.

Die Tischlerei

In der Tischlerei sind zwei Arbeiter dafür zuständig, alle Holzarbeiten für den Bauhof, das Eider-Sperrwerk, die Schleusen, die Schiffe, das Amtsgebäude und die Außenbezirke (bei größeren Holzarbeiten) zu fertigen. Die Tischlerei fertigt ausschließlich Sonder- und Maßanfertigungen und übernimmt außerdem einen Teil der Ausbildung für die Wasserbauer-Azubis aus Friedrichstadt.

Die Tonnenhalle

Wie der Name schon sagt, werden in der Tonnenhalle die Tonnen bearbeitet. Wenn die Tonnen zum Beispiel vom Tonnenleger "Triton" gebracht werden, werden als erstes mit dem Hochdruckreiniger die Muscheln und Seepocken abgewaschen. Nach Bedarf werden sie dann noch gesandstrahlt, was in der Regel alle drei Jahre gemacht werden muss. Danach werden die Tonnen konserviert, d.h. der Unterwasserbereich der Tonne bekommt drei Schichten Zinkstaubfarbe und der Oberwasserbereich bekommt zwei Schichten. Dann bekommt die ganze Tonne eine Schicht Isoliergrund, zwei Schichten weiße Grundfarbe, zwei Schichten Tagesleuchtfarbe Arbeiten am LT-Tonnenturm(rot oder grün) und eine Schicht Überzugslack.

Wenn es sich um eine Leuchttonne (LT 81) handelt, muss diese noch zusammengebaut und mit einem Sokarkompaktaufsatz bestückt werden. Dann ist die Tonne fertig und kann mit dem LKW zum Tonnenleger transportiert und wieder eingesetzt werden.

Insgesamt haben wir 422 Tonnen auf dem Bauhof Tönning. Davon sind 44 Stück Leuchttonnen, 3 Stück Leuchtheultonnen, 18 Stück Kleinstleuchttonnen, 17 Stück Eisleuchttonnen, 145 Spitztonnen in 4 verschiedenen Klassen, 175 Spierentonnen in 4 verschiedenen Klassen und 20 Faßtonnen in 3 verschiedenen Klassen.

Die Seezeichenwerkstatt

In der Seezeichenwerkstatt werden die Seelaternen (Laternen auf Tonnen) instandgesetzt. Diese werden mit Gas betrieben und zwei unserer Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Gaszufuhr von der Gasflasche zur Laterne und die richtige Kennung (Blitz, Funkel usw.) funktioniert.
In den Wintermonaten werden die normalen Leuchttonnen durch Eisleuchttonnen ausgetauscht. Diese Eisleuchttonnen sind Batteriebetrieben, damit sie auch unter dem Eis weiter leuchten. Zukünftig wird die Gastechnik durch Solartechnik mit Hilfe von LED-Leuchten ersetzt.

Die Elektrowerkstatt

Die Elektrowerkstatt, kurz EW, ist mit einem Angestellten, drei Arbeitern und zwei Auszubildenden zum Energieelektroniker zuständig für die gesamte Elektrotechnik des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning. Dazu gehören ebenfalls alle Landanlagen, Schiffe, Geräte und Landfahrzeuge. Diese werden instandgesetzt, gewartet, repariert und neu strukturiert mit Gebäudetechnik einschließlich EIB. Es werden außerdem Notstromanlagen und SPS (Speicher programmierbare Steuerung) und Sonderanlagen gefertigt.

Die PU-Stelle

Für die planmäßige Unterhaltung (PU) gibt es ein Computer Programm ("ALWIN"), in dem alle Objekte, Anlagen und Anlagenteile aufgenommen werden. Hier werden die Unterhaltungspläne, Betriebsanleitungen und Ersatzteillisten ausgewertet, überarbeitet und in der PU zugeordnet. Die Wartungsintervalle werden geplant, gesteuert und überwacht und der Einsatz der Mitarbeiter und Fahrzeuge wird koordiniert. Lebenslaufdaten, Schäden und Störungen einzelner Objekte werden erfasst. Es wird ermittelt, welche Ersatzteile im Rahmen der PU benötigt werden.

Das Magazin

Hier werden Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien für die Werkstätten wie z.B. Farben, Schrauben usw. (insgesamt 2300 unterschiedliche Artikel) bestellt und gelagert.

Werkstattgebäude, Erneuerung 2005-2006

Der Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning befindet sich auf einer Landzunge zwischen der Bundeswasserstrasse Eider und dem landeseigenen Hafen Tönning. Das Werkstattgebäude wurde 1970 errichtet und ist seither durch Anbau eines Holzlagers, Erweiterungsbau der Schlosserei und Anbau einer Waschhalle mit Freiplatz sowie einer Öl- und Benzin Abscheideranlage ständig den wachsenden Anforderungen angepasst worden.

Die Belange des Gesundheits- und Arbeitsschutzes sowie gesetzliche Auflagen der Arbeitsstättenverordnung fordern erneut eine Anpassung des Werkstattgebäudes. So entsprachen beispielsweise die Waschhalle und der Waschplatz mit Schlammfang und Verteilerschacht nicht mehr den heutigen Vorschriften. Schutzeinrichtungen für das Personal fehlten gänzlich. Die für die Tonnenbearbeitung erforderliche Trockenstrahlhalle verfügte über ungenügende hygienische Schutzmaßnahmen. Ferner waren die Platzverhältnisse in der Schlosserei-Werkstatt beengt und die Konstruktion des Stahllagers im Hinblick auf die körperliche Belastung für die Beschäftigten unzureichend.

Zur Behebung der festgestellten Mängel wurden die nachfolgenden Maßnahmen durchgeführt:

  • Die Waschhalle und der Waschplatz wurden entsprechend der erforderlichen Abmessungen mit gesetzlich vorgeschriebener wasserundurchlässiger Bodenplatte angepasst.
  • Die Funktion der Abscheideranlage und seiner Komponenten wurden wieder hergestellt.
  • Es wurde ein neues Stahllager hergerichtet, welches mit Gabelstapler und Laufkran beschickt werden kann.
  • Ferner wurde eine Montagehalle mit zwei Laufkränen zum Bearbeiten schwerer Bau- und Montageteile und zur Beschickung von Stahllager und Drehbank angebaut.
  • Letztendlich wurden durch die Beschaffung eines Schwarz-Weiß-Containers Umkleide- und Duschräume für das mit Tonnenstrahlarbeiten betraute Personal eingerichtet.