Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Tonnenbearbeitung auf See

Arbeitsablauf einer Tonnenwartung

Bei der Anfahrt ins Zielgebiet liegen oft mehrere schwimmende Seezeichen (Tonnen) auf dem Deck des jeweiligen Tonnenlegers. Je nach Tagesplan werden Tonnen gewartet / kontrolliert, gereinigt oder getauscht. Auch Ersatzketten und Verankerungssteine werden mitgeführt. Bei Ankunft an der Tonne wird diese längsseits genommen. Die Tonnenleger haben rechts und links Arbeitsöffnungen, Unterbrechungen in der Bordwand. Liegen Tonnenleger und Tonne nebeneinander wird der Kranhaken im Auge (Metallöse) der Tonne eingehakt und angehoben. Sie hängt nun noch außenbords und wird von Seepocken, Muscheln etc. im Unterwasserbereich befreit. Anschließend wird die Tonne an Deck genommen. Dort wird sie mittels Keilen und Laschen befestigt um ein herumrollen auf dem Arbeitsdeck durch Schiffsbewegungen auszuschließen. Durch den in der Bordwand eingelassenen Kettenstopper wird die außenbords hängende Verankerungskette samt Verankerungsstein gesichert. Damit kann das an Deck liegende Seezeichen gefahrlos gereinigt und auf Funktionalität geprüft werden.

Auch die Kette wird von Getier und Bewuchs befreit. Solch ein schwimmendes Seezeichen liegt ca. 2,5 bis 3 Jahre aus, dann erfolgt ein kompletter Tonnenwechsel (für Reparaturen und die Erneuerung des Anstriches). Während dieser Ausliegezeit muss je nach Fahrwasser 1/2-jährlich eine Wartung erfolgen. Je nach Witterung und Wassertemperatur bewächst das Seezeichen mit Algen, Seepocken und Muscheln. Je stärker dieser Bewuchs ist, desto tiefer liegt die Tonne im Wasser und entsprechend schlechter ist es von weitem zu sehen. Auch im Oberwasserbereich gibt es Verschmutzungen, die entfernt werden müssen, damit die Farbkennung und die Beschriftung gut erkennbar bleiben. Algen, Muscheln etc. kommen sofort zurück ins Wasser und müssen sich ein neues Zuhause suchen.

Nach der Reinigung und Funktionskontrolle wird die Tonne durch den Kran des Tonnenlegers wieder ausgelegt. Zur Sicherheit wird die Tonne durch mindestens ein Jolltau (Führungsleine) von Deck aus gesichert und dirigiert. Die gesicherte Kette im Kettenstopper wird gelöst, die Tonne sanft ins Wasser gelegt und Jolltau und Kranhaken entfernt.

Das Tonnenlegereinsatzprogramm gibt Auskunft über die Historie der Tonne, der Kette und des Steines. Danach wird entschieden, ob z.B. auch Kette und Stein an Deck gehoben werden für eine Prüfung oder einen Tausch.

Arbeitsablauf Tonnenwechsel

Beim Wechsel einer Tonne ist der Arbeitsablauf ähnlich. Die Tonne - in unserer Bilderserie unten eine große Leuchttonne mit Solarkompaktaufsatz - wird mit einem Haken an die Bordwand gezogen um Jolltaue und Kranhaken an den Augen des Seezeichens zu befestigen. Wieder wird die Tonne noch außenbords durch den Kran gehalten und mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Anschließend wird sie an Deck gehoben, abgelegt und mit Keilen und Laschen gesichert. Stein und Kette sind wie bei der Wartung im Kettenstopper gesichert. Die Kette kann nun an der alten Tonne gelöst werden um an der neuen befestigt zu werden. Danach wird die neue Tonne im Kranhaken eingehängt, Jolltaue werden befestigt und die Tonne mit dem Kran durch die Arbeitsöffnung ausgelegt und ins Wasser gesetzt. Auf Kommando des Kapitäns, der jederzeit seine Mannschaft, Schiff und Deck im Blick hat, wird die Kette losgeschlagen (die AMRUMBANK hat Fahrstände nach vorne und hinten). Kranhaken und Sicherungsseile werden entfernt und damit der Tonnenwechsel fertig gestellt.

Die folgenden Bilder entstanden beim Auslegen einer Leuchttonne mit dem Tonnenleger AMRUMBANK

Der Kranhaken wird in das Auge der Tonne eingehakt

Der Kranhaken wird in das Auge der Tonne eingehakt Der Kranhaken wird in das Auge der Tonne eingehakt