Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Entstehungsgeschichte des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning

Im Jahre 1870 wurde durch vorläufige Anordnung der "Königlichen Regierung" in Schleswig das "Königliche Kreisbauamt" in Tönning eingerichtet, dem neben den Hochbau- und Wegeaufgaben auch alle im Kreisgebiet anfallenden Hafenbau- und Wasserbauaufgaben übertragen wurden. Erster Leiter dieser Behörde war der Königliche Kreisbaumeister Karl v o n W i c k e d e. In 1880 wurde das "Königliche Kreisbauamt" in das "Kreisinspektorat" umbenannt.

Die Mittelbehörde für alle Wasserbau- und Schifffahrtsangelegenheiten stand zu dieser Zeit unter der Leitung des Königlich-Preußischen Regierungspräsidenten in Schleswig.

Vorübergehend von Nachteil für Tönning war die Übertragung des Wasserbau- sowie des Tonnen- und Bakenwesens am 01. Oktober 1882 auf die neugebildete Wasserbauinspektion in Rendsburg. Dieser Zustand wurde jedoch nach ca. 1,5 Jahren beendet, als am 01. Mai 1884 auch in Tönning eine Wasserbauinspektion gegründet wurde. Ihre Aufgabe war die Unterhaltung der Eider unterhalb der Hohner Fähre und der Außeneider einschließlich der Häfen Friedrichstadt und Tönning sowie das Tonnen- und Bakenwesen vor Eiderstedt sowie vor Norder- und Süderdithmarschen. Zudem war die Inspektion zuständig für die Deiche und Vorländereien in den Kreisen Eiderstedt, Norder- und Süderdithmarschen und in der Landschaft Stapelholm einschließlich der kommunalen Häfen. Erster Leiter der Königlich-preußischen Wasserbauinspektion in Tönning war der Königliche Wasserbauinspektor R e i m e r s. In diese Zeit fielen auch der Übergang von hölzernen zu stählernen Fahrwassertonnen, der Bau der wichtigsten festen Leuchtfeuer im Küstenbereich sowie im Jahre 1908 die Ergänzung der Feuerschiffe "EIDER" und "AUßENEIDER" durch das Feuerschiff "AMRUMBANK".

Gebäude Wasserbauinspektion 1904 Gebäude Wasserbauinspektion 1904 Wasserbauinspektion Tönning ca. 1904 mit Tonnenleger TRITON II

Am 14. Dezember 1910 wurde die Bezeichnung "Königlich-preußische Wasserbauinspektion" in "Königliches Wasserbauamt Tönning" geändert. Der Leiter dieser Behörde war nunmehr als Beamter des höheren Dienstes ein "Baurat" und zeichnete als "Vorstand des Königlichen Wasserbauamtes Tönning".

Als nach dem 1. Weltkrieg aus der deutschen Monarchie eine deutsche Republik wurde und die Bundesfürsten ihren Thronen entsagten, wurde das "Königliche Wasserbauamt Tönning" 1919 in das "Preußische Wasserbauamt Tönning" umbenannt.

Erst am 29. Juli 1921 gingen aufgrund eines Staatsvertrages zwischen den Ländern und dem Reich alle dem allgemeinen Verkehr dienenden Bundeswasserstraßen auf das Reich über. Das Reich bediente sich jedoch auch weiterhin der bewährten Wasserbaubehörden der Länder, die die übernommenen Wasserstraßen im Auftrag des Reiches verwalteten. Erst 1936, als die Marschenbauämter Husum und Heide eingerichtet wurden, gingen die Küstenschutzaufgaben und die staatliche Deichaufsicht auf diese neuen Ämter über. Um die Verkehrssicherungsaufgaben besonders herauszustellen, bekamen die bisherigen "Wasserbauämter" einen neuen Namen - "Wasserstraßenämter" -.

Am 01. April 1939 wurde aus den wasserbautechnischen Dezernaten beim Regierungspräsidenten Schleswig und dem Reichskanalamt Kiel die "Wasserstraßendirektion (WSD) Kiel" gebildet. Diese Dienststelle war und ist auch heute noch die vorgesetzte Dienststelle des Amtes Tönning.

Die Benennung "Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning" führte das Amt seit dem 01. November 1949. Ab dem 01.06.2016 wurde dies in "Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning" geändert.

Seit 1884 bis heute durchliefen 12 Amtsvorstände das Tönninger Amt, die nachfolgend aufgeführt sind:

  • 1884 Königlicher Wasserbauinspektor R e i m e r s
  • 1900 Königlicher Wasserbauinspektor R h o d e
  • 1904 Königlicher Wasserbauinspektor v o n N o r m a n n
  • 1916 Regierungsbaurat S c h ä f e r
  • 1921 Regierungsbaurat M a n n s d o r f
  • 1933 Oberregierungsbaurat Dr.-Ing. B a h r
  • 1954 Oberregierungsbaurat B e c k e r
  • 1963 Baudirektor S t a e g l i c h
  • 1975 Baudirektor K a i s e r
  • 1980 Baudirektor H o l l m e r
  • 1993 Baudirektor N o l t e
  • seit 2006 Baudirektorin R u d d e c k

[Quellen:]

  • "Tönning - im Wandel der Zeiten", Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt von Helmut Staeglich.
  • "Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte e.V." , Mitteilungsblätter 3 + 4; 100 Jahre Waterbuamt in Tönning von Helmut Staeglich.
  • "Zentralblatt der Bauverwaltung", verschiedene amtliche Mitteilungen