Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Kampfmittelräumung an der Ostmole auf Helgoland

Datum 01.01.2018

Mit der Kampfmittelräumung an der Ostmole wurde im Juni 2016 begonnen. Im Herbst 2017 wurde dann auch eine Kampfmittelfreiheit erlangt.

Weiterhin liefen Ende 2017 noch aufwendige Bohrungen, bei denen von einem Ponton aus bis zu 30m tief in den vorhandenen Buntsandstein gebohrt wird. Die Bohrkerne werden von der BAW untersucht um genaue statische Aussagen des Baugrundes für die Planungen der eigentlichen baulichen Instandsetzungen der Ostmole zu erhalten. Ziel muss es sein, 2020 mit der großen Instandsetzung zu der Ostmole zu beginnen.


2018 wurde weiterhin der Baugrund an der Seeseite der Ostkaje auf Kampfmittel untersucht. Die Sohlensicherung der Ostkaje ist defekt und muss 2019 erneuert werden. Da es hier noch keine Kampfmittelräumung gab, wurde diese im Zuge der Maß.


Grundsätzlich erfolgte die Kampfmittelräumung im Separationsverfahren. Dabei wird der gesamte Boden oberhalb des Buntsandsteines mit Hilfe einer Separationsanlage angesaugt und durchgesiebt. Die Anlage arbeitet unter Wasser und wird von einem Taucher bedient. Der angesaugte Sand gelangt auf der Rückseite der Anlage wieder ins Wasser, sämtliche Störkörper werden in Gitterboxen aufgefangen, die dann von Sprengstoffexperten über Wasser sortiert werden.


In den Buntsandstein können aufgrund seiner Härte keine Kampfmittel eindringen, sodass eine Kampfmittelräumung stets bis zur Oberkante des Buntsandsteines erfolgt.
Probleme bei der Munitionsräumung waren die Unmengen an Schrott und sonstigen Störkörpern, die am Hafengrund vorgefunden wurden. Stahlträger und Betonbrocken mit einem Gesamtgewicht von mehreren Tonnen mussten aufwendig beiseite geräumt werden, um überhaupt eine Zugänglichkeit zum Baugrund zu erlangen. Dadurch kam es auch zu Bauzeitverlängerungen und Kostenerhöhungen.

Aber es wurde nicht nur Schrott, sondern auch Kampfmittel gefunden. Zwei Torpedos mussten aufwendig geborgen werden. Sie wurden anschließend mit einem angeheuerten Schiff zum Kampfmittelräumdienst gebracht und dort fachgerecht entschärft.