Inhalt: Loran-C Station Sylt
Die Loran-Station Sylt (Long Range Navigation) wurde 1963 von der United States Coast Guard (USCG) errichtet, um zusammen mit anderen Stationen in Europa den Transportweg von den USA nach Europa zu sichern. Von 1989 bis 1994 wurde die Station im Auftrag der USCG durch das WSA Tönning betrieben. Zum 1. Januar 1995 wurde die Station der Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mit einem internationalen Vertrag von 1992 haben sich die Länder Norwegen, Dänemark, Niederlande, Frankreich, Irland und die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, die für den nordeuropäischen Atlantikbereich erforderlichen Loran-C Ketten als NELS (Northwest European Loran System) aufzubauen.
Zu den 4 Loran Ketten in Nordeuropa gehören die Stationen Soustons, Lessay (Frankreich), Vaerlandet, Boe, Berlevag und Jan Mayen (Norwegen), Ejde (Faröer Inseln), Loophead (Irland) und Sylt, sowie ein Control Center und ein Maintenance Center für alle Stationen in Brest (Frankreich).

LORAN-C Station Sylt in Puan Klent
Die LORAN-C Navigation kann komplementär zum satellitengestützten GPS-Empfang (Global Positioning System) genutzt werden. Ein Vorteil des Systems ist, das es nicht wie GPS unter militärischer Kontrolle steht. Außerdem dringt das langwellige LORAN-C-Signal auch dorthin, wo kein GPS-Empfang aufgrund einer fehlenden Direktsichtverbindung zu den Satelliten (z.B. im Wald, Gebirge, Tunnel oder zwischen hohen Gebäuden möglich ist. Die Stationen Sylt, Lessay, Vaerlandet und Boe senden zu Testzwecken zusätzlich noch GPS-Korrekturdaten aus. Dieses Verfahren trägt die Bezeichnung Eurofix.
Loran-C Sender arbeiten weltweit auf einer einheitlichen Trägerfrequenz von 100 kHz. Das Verfahren gehört deshalb zu den Langwellennavigationsverfahren. Loran-C ist gebietsweise in Ketten mit je einem Hauptsender und bis zu 5 Nebensendern organisiert. Weltweit arbeiten im Moment 60 Sender in 25 Ketten. Loran-C Sender arbeiten mit Impulsspitzenleistung von 10 kW bis zu 2 Megawatt und erzielen damit Reichweiten von mehreren tausend Kilometern.


Das Loran Funkortungsverfahren ist ein Hyperbelnavigationsverfahren und basiert auf einer Laufzeitdifferenzmessung zwischen mindestens 3 Sendern einer Kette. Dazu senden Loran Sender Impulsgruppen aus, die im Empfänger erkannt werden müssen. Um eine eindeutige Identifizierung der Haupt- und Nebensender einer Kette zu erreichen und um gegenseitige Störungen zu vermeiden, senden die einzelnen Sender nicht gleichzeitig, sondern um eine definierte Verzögerungszeit versetzt zueinander. Das Gruppenfolgeintervall (Group Repetition Interval GRI) und die Nebensenderverzögerungszeiten (Emission Delay) sind so bemessen, dass auch bei weit entfernten Empfängerstandorten, also große Signallaufzeiten, keine Überlappung stattfinden kann.

Loran-C Sendeimpuls
Position:(WGS 84): 54° 48` 30.50" N 08° 17` 37,24" O
Höhe der Antenne: 193 m
Gewicht: 72 Tonnen
Frequenz: 100 kHz
Ausgangsleistung: 250 kW

LORAN-C Sendeantenne auf Sylt
Hauptsender Sylt mit Nebensendern Lessay (Frankreich) und Vaerlandet (Norwegen).

Lessay-Kette GRI 6731 (67310µs)
Hauptsender Lessay (Frankreich) mit Nebensendern Soustons (Frankreich) und Sylt.
